Was ist Private Debt und welche Strukturen gibt es im Mittelstand?

Modernes Mittelstandsunternehmen bei Dämmerung als Sinnbild für Private Debt als alternative Unternehmensfinanzierung im deutschen Mittelstand.
Das Wichtigste auf einen Blick
  • 57 % im Gesamtjahr 2025 Direktkreditgeber finanzierten im Gesamtjahr 2025 rund 57 % der mittelgroßen Buy-outs in Deutschland (Houlihan Lokey MidCapMonitor, zitiert nach Alternative Credit Investor); Banken kamen auf etwa 43 %.
  • Bankenrückzug ist belegt Die KfW-ifo-Kredithürde erreichte im vierten Quartal 2025 mit 37,8 % der KMU einen Allzeitrekord an restriktiv eingestuftem Bankverhalten.
  • Fünf Kernstrukturen Senior Secured, Unitranche, Second Lien, Junior/Subordinated Debt und HoldCo PIK decken das Spektrum von erstrangig besichert bis tief nachrangig ab.
  • Kosten rund 8 % All-in Eine deutsche Mid-Cap-Unitranche kostet ungefähr Euribor (3M 2,299 % am 3.6.2026) plus rund 525 Basispunkte Marge, also grob 8 % vor Gebühren.
  • Geschichtete Strukturen senken Eigenkapital Durch die Kombination von Senior- und Junior-/Mezzanine-Tranchen lässt sich der Eigenkapitalanteil gezielt reduzieren — eine Kernkompetenz von DICAMA als strukturierendem Finanzierungshaus.
  • Reguliert über AIFMD II und ELTIF 2.0 Kreditvergebende Fonds unterliegen ab dem 16. April 2026 der AIFMD II; die ELTIF-2.0-Verordnung ist seit dem 10. Januar 2024 anwendbar.
  • Rang und Sicherheiten entscheiden Private Debt ist meist erstrangig besichert, Mezzanine nachrangig, die Mittelstandsanleihe erstrangig, aber unbesichert — diese Unterschiede bestimmen die Wahl.

Private Debt bezeichnet die Vergabe von Unternehmenskrediten durch Nicht-Banken — spezialisierte Kreditfonds und institutionelle Investoren — anstelle klassischer Bankkredite. Im deutschen Mittelstand reicht das Strukturspektrum von erstrangig besichertem Senior Debt über Unitranche bis zu nachrangigem Junior Debt und HoldCo PIK. Im Gesamtjahr 2025 finanzierten Direktkreditgeber rund 57 Prozent der mittelgroßen Buy-out-Transaktionen in Deutschland.

Privates Fremdkapital ist innerhalb weniger Jahre von der Nische zur festen Säule der Mittelstandsfinanzierung geworden. Der Grund liegt zu einem erheblichen Teil im Rückzug der Banken: Die KfW-ifo-Kredithürde — der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen, die das Verhalten der Banken in Kreditverhandlungen als restriktiv einstufen — erreichte im vierten Quartal 2025 mit 37,8 Prozent einen Allzeitrekord und stieg damit zum dritten Mal in Folge. Parallel verschärft die seit dem 1. Januar 2025 geltende Eigenkapitalregulierung CRR III (Basel IV) die Kapitalanforderungen der Banken, insbesondere im Non-Investment-Grade-Bereich.

Für mittelständische Unternehmen mit Wachstums-, Akquisitions- oder Refinanzierungsbedarf bedeutet das: Der klassische Hausbankkredit deckt einen wachsenden Teil des Bedarfs nicht mehr ab. Private Debt schließt diese Lücke. Wie groß die Verschiebung ist, zeigen die Marktdaten — wobei deutsche und europäische Zahlen strikt zu trennen sind: In Europa erreichte der Markt 2025 mit 987 abgeschlossenen Transaktionen ein Rekordhoch (plus 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Deloitte Private Debt Deal Tracker). In Deutschland entfielen im Gesamtjahr 2025 rund 57 Prozent der mittelgroßen Buy-out-Finanzierungen auf Direktkreditgeber und nur noch etwa 43 Prozent auf Banken (Houlihan Lokey MidCapMonitor). Öffentlich zugänglich ist dieser Wert über die Fachpresse, da der MidCapMonitor selbst nur auf Anfrage erhältlich ist; der unterjährige Wert nach dem dritten Quartal 2025 lag mit rund 61 Prozent höher, bevor die Banken zum Jahresende aufholten. Dieser Leitfaden ordnet ein, was Private Debt ist, welche Strukturen es gibt, was sie kosten und wann sie sich für ein mittelständisches Unternehmen lohnen.

Was ist Private Debt — und wie unterscheidet es sich vom Bankkredit?

Private Debt ist Fremdkapital, das nicht von einer Bank, sondern von einem Kreditfonds oder institutionellen Investor direkt an ein Unternehmen vergeben wird. Der Kreditgeber hält das Darlehen bis zur Endfälligkeit (Hold-to-Maturity) und syndiziert es nicht an einen breiten Markt weiter.

Was ist Direct Lending? Direct Lending ist die bilaterale Kreditvergabe eines Debt-Fonds an ein Unternehmen, meist ohne Zwischenschaltung einer Bank. Der Fonds übernimmt Underwriting, Strukturierung und Verwaltung des Kredits in einer Hand.

Der praktische Unterschied zum Bankkredit liegt weniger im Preis als in der Funktionsweise. Private Debt ist teurer — die deutsche Unitranche-Marge lag im dritten Quartal 2025 bei rund 525 Basispunkten gegenüber rund 377 Basispunkten bei Bankkrediten (Carlsquare, European Debt Markets Q3 2025). Im Gegenzug bietet ein Direktkreditgeber höhere Verschuldungskapazität, mehr strukturelle Flexibilität, einen einzigen Verhandlungspartner statt eines Bankenkonsortiums und einen deutlich schnelleren Abschluss. Welcher Weg wirtschaftlich überlegen ist, hängt vom Einzelfall ab — den ausführlichen Vergleich von Private Debt und Bankkredit für CFOs behandelt ein eigener Beitrag.

Warum verlieren mittelständische Unternehmen den Zugang zum Bankkredit?

Der Bankenrückzug aus der Mittelstandsfinanzierung ist kein Narrativ, sondern durch drei unabhängige Indikatoren belegt. Erstens die bereits genannte KfW-ifo-Kredithürde mit 37,8 Prozent im vierten Quartal 2025. Zweitens der Bank Lending Survey der Deutschen Bundesbank, in dem die Banken ihre Vergaberichtlinien für Unternehmenskredite im vierten Quartal 2025 so stark strafften wie zuletzt 2023. Drittens eine gestiegene Kreditablehnungsquote, die laut Bundesbank vor allem KMU betraf, während Großunternehmen ihren Zugang weitgehend behielten.

Struktureller Treiber ist die Regulierung. Die Bundesbank schätzte bereits 2022 — noch zum damaligen Gesetzgebungsvorschlag — ein, dass die Mittelstandsfinanzierung durch CRR III nicht belastet werde, und bezifferte den Zinsanstieg bei einem Investment-Grade-KMU-Kredit auf maximal sechs Basispunkte. Beratungshäuser und Marktteilnehmer erwarten dagegen spürbar höhere Kapitalkosten, vor allem im Non-Investment-Grade-Segment und bei hoher Verschuldung. Beide Positionen sind berechtigt: Banken meiden zunehmend Senior-Verschuldung oberhalb von etwa 4,0- bis 5,0-mal EBITDA sowie zyklische Branchen und Sondersituationen — genau dort beginnt das Feld von Private Debt und komplexen Finanzierungen, die Standardbanken ablehnen.

Welche Private-Debt-Strukturen gibt es im Mittelstand?

Das Strukturspektrum reicht von erstrangig besichert bis tief nachrangig und lässt sich entlang von Rangstellung, Besicherung und Preis ordnen. Fünf Strukturen bilden den Kern.

Senior Secured ist die höchste Rangstellung mit erstrangigem Zugriff auf die Sicherheiten (First Lien) und der niedrigsten Marge; im Mittelstand meist mit Maintenance-Covenants. Unitranche verschmilzt Senior- und nachrangige Schuld zu einer einzigen Fazilität mit Mischmarge, einem Kreditvertrag und einem Sicherheitenpaket. Second Lien ist zweitrangig besichert und entsprechend teurer. Junior beziehungsweise Subordinated Debt überbrückt die Lücke zwischen Senior Debt und Eigenkapital, mit Cash- oder PIK-Zinsen und teils einem Equity Kicker. HoldCo PIK wird auf Ebene der Holding platziert und ist strukturell nachrangig zur operativen Gesellschaft.

Was ist eine Unitranche? Eine Unitranche ist eine einzelne Kreditfazilität, die erstrangiges und nachrangiges Fremdkapital zu einer Mischmarge zusammenfasst. Der Kreditnehmer verhandelt einen Vertrag mit einem Kreditgeber statt mehrere Tranchen mit verschiedenen Parteien. In Europa war die Unitranche zuletzt die dominierende Struktur und machte rund 53 Prozent der Transaktionen aus (Deloitte, Spring 2025).

In der Praxis werden diese Schichten kombiniert. Da Debt-Fonds in der Regel nur Term-Fazilitäten stellen, wird der Working-Capital-Bedarf über eine super-senior gestellte revolvierende Kreditlinie (Super Senior RCF) gedeckt, deren Rang im Intercreditor Agreement geregelt ist. Die sieben wichtigsten Private-Debt-Strukturen im Detail — inklusive Sicherheiten-, Covenant- und Pricing-Bändern — behandelt ein eigener Strukturen-Leitfaden.

Was kostet eine Private-Debt-Finanzierung?

Eine deutsche Mid-Cap-Unitranche kostet derzeit rund Euribor plus 525 Basispunkte Marge, was vor Gebühren einem All-in-Yield von grob 8 Prozent entspricht. Maßgeblich ist der variable Basiszins: Der 3-Monats-Euribor lag am 3. Juni 2026 bei 2,299 Prozent (EMMI), der EZB-Einlagesatz seit dem 11. Juni 2025 unverändert bei 2,00 Prozent.

Zur Marge kommen Gebühren, die den effektiven Yield um rund 50 bis 100 Basispunkte pro Jahr erhöhen: ein Original Issue Discount beziehungsweise eine Arrangement Fee (typisch 2 bis 3 Prozent), eine Commitment Fee von rund 1 Prozent auf nicht gezogene Linien sowie eine Vorfälligkeitsregelung (Call Protection), in Europa meist als Soft Non-Call über durchschnittlich 21 Monate. Als Orientierung für den europäischen Markt dient der Lincoln European Senior Debt Index, dessen Rendite zum 30. September 2025 bei 9,4 Prozent lag (Lincoln International). Die vollständige Aufschlüsselung — was Private Debt nach Seniorität konkret kostet, inklusive aller Gebühren und versteckter Kostenfaktoren — liefert der Kostenüberblick zu Zinsen, Gebühren und Kostenfaktoren.

Wie grenzt sich Private Debt von Mezzanine und der Mittelstandsanleihe ab?

Private Debt, Mezzanine und die Mittelstandsanleihe unterscheiden sich vor allem in Rangstellung und Besicherung. Diese beiden Merkmale bestimmen Risiko, Preis und Eignung.

  • Private Debt (Direct Lending): in der Regel erstrangig (First Lien) und besichert; Volumen rund 25 Millionen bis über 1 Milliarde Euro; Laufzeit meist 5 bis 7 Jahre, endfällig; umfangreiche Covenants und Reporting.
  • Mezzanine: nachrangig zwischen Senior Debt und Eigenkapital; meist unbesichert oder strukturell nachrangig; Verzinsung als Cash, PIK oder Kombination, teils mit Equity Kicker; hohe Mitsprache.
  • Mittelstandsanleihe: in der Regel erstrangig, aber unbesichert; Volumen rund 15 bis 150 Millionen Euro; meist fünfjährige Laufzeit; börsenübliches Reporting und obligatorisches Rating, geringe direkte Mitsprache.

Die Unterscheidung ist nicht akademisch: Wer eine unbesicherte Anleihe begibt, zahlt für das höhere Investorenrisiko, während eine besicherte Private-Debt-Tranche günstigere Konditionen bei strengeren Auflagen ermöglicht. Welche Form zu welchem Vorhaben passt, hängt von Volumen, Bonität, gewünschter Mitsprache und Reporting-Bereitschaft ab — welches dieser Instrumente wann das richtige ist, vertieft ein eigener Vergleichsbeitrag.

Wann lohnt sich Private Debt für ein mittelständisches Unternehmen?

Private Debt lohnt sich, wenn Volumen, Geschwindigkeit, Verschuldungskapazität oder Flexibilität die Grenzen der klassischen Bankfinanzierung übersteigen. Laut der BAI-Studie zu Corporate Private Debt (Bundesverband Alternative Investments, 2023) finanziert Direct Lending im deutschen Mittelstand typischerweise Volumina zwischen rund 10 und knapp 350 Millionen Euro, überwiegend erstrangig besichert.

Typische Anlässe sind Akquisitionen und Buy-and-Build-Strategien, Wachstums- und Capex-Finanzierungen, die Refinanzierung eines Hausbankkonsortiums sowie Nachfolgesituationen wie ein Management-Buy-out; ein eigener Beitrag ordnet die wichtigsten Einsatzfälle im Mittelstand im Detail ein. Gerade in Umbruch-, Restrukturierungs- und Sondersituationen — etwa bei Carve-outs, atypischen Sicherheiten oder regulatorisch nicht bankvaliden Konstellationen — ist Private Debt häufig die einzige tragfähige Option. Demgegenüber stehen die höheren Kosten und ein engmaschigeres Covenant- und Reporting-Regime, die ein Unternehmen tragen können muss.

Wie senkt eine geschichtete Finanzierungsstruktur die Eigenkapitalquote?

Durch die Kombination einer Senior-Tranche mit einer nachrangigen Junior-Debt- oder Mezzanine-Schicht lässt sich der sonst nötige Eigenkapitalanteil gezielt reduzieren. Die Junior-Schicht ersetzt einen Teil des Eigenkapitals, ohne dass der Unternehmer Anteile abgeben muss.

Das ist die Kernkompetenz eines strukturierenden Finanzierungshauses: nicht ein einzelnes Produkt zu verkaufen, sondern Senior-, Junior- und Mezzanine-Bausteine so zu schichten, dass die Gesamtstruktur zum Bedarf des Unternehmens passt. DICAMA AG hat in dieser Rolle ein Finanzierungsvolumen von über 5,1 Milliarden Euro über mehr als 720 Mandate strukturiert und ist Partner der Deutschen Börse sowie der Wiener Börse. Als eigentümergeführtes Haus ist DICAMA dabei nicht an die Produktlogik eines einzelnen Kapitalgebers gebunden und kombiniert Private Debt bei Bedarf mit Nachrangdarlehen, Schuldscheindarlehen sowie Sanierungs- und Bridgeloans aus dem eigenen Finanzierungsangebot. Wie eine nachrangige Junior-Debt-Schicht in der Praxis die Eigenkapitalquote senkt, zeigt beispielhaft die DICAMA-Analyse zu Private Debt, Mezzanine und Anleihen für Batteriespeicher.

Markus Dietrich, Vorstandsvorsitzender der DICAMA AG, ordnet das so ein: „Eine Finanzierung muss dem Bedarf unseres Mandanten entsprechen und nicht dem des Kapitalgebers. Genau deshalb denken wir in Gesamtstrukturen statt in einzelnen Darlehensarten.“ Auf diese Weise lässt sich auch dort eine tragfähige Struktur bauen, wo eine einzelne Bank oder ein einzelner Fonds nicht ausreicht — die komplexen Finanzierungssituationen, die Standardbanken ablehnen, sind dafür das beste Beispiel.

Wie läuft eine Private-Debt-Finanzierung von der Anfrage bis zum Closing ab?

Ein Private-Debt-Mandat durchläuft typischerweise zwölf Schritte von der Mandatierung bis zum Closing — realistisch in acht bis sechzehn Wochen. Den größten Einfluss auf das Tempo hat die Qualität des Datenraums.

Der Prozess beginnt mit Mandatierung und Strukturierung, gefolgt von der Aufbereitung eines Information Memorandums, der Investorenansprache und einem indikativen Term Sheet. Daran schließen die Due Diligence (Financial, Commercial, Legal, Tax), das finale Term Sheet, die Entscheidung des Kreditkomitees, die Dokumentation (Facility Agreement, Sicherheiten, gegebenenfalls Intercreditor Agreement) sowie Signing und Funding an. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber syndizierten Bankkrediten: Die zusagenden Kreditgeber sind zugleich die fundenden — das verkürzt das Closing. Den vollständigen Ablauf eines Private-Debt-Mandats vom Term Sheet bis zum Closing beschreibt ein eigener Prozessleitfaden mit realistischen Zeitachsen und Stolperfallen.

Fazit

Private Debt ist im deutschen Mittelstand keine Alternative mehr für Ausnahmefälle, sondern ein etabliertes Finanzierungsinstrument: Direktkreditgeber stellten im Gesamtjahr 2025 rund 57 Prozent der mittelgroßen Buy-out-Finanzierungen in Deutschland (Houlihan Lokey MidCapMonitor, zitiert nach Alternative Credit Investor). Die richtige Struktur — von Senior über Unitranche bis Junior Debt — hängt von Volumen, Bonität, Geschwindigkeit und der gewünschten Eigenkapitalquote ab. Wer früh eine diversifizierte Finanzierungsstrategie aufstellt, verschafft sich Spielraum, bevor der Bankkredit an seine Grenzen stößt.

DICAMA AG strukturiert und platziert als eigentümergeführtes Finanzierungshaus passgenaue Private-Debt-Lösungen für den Small- und Mid-Cap-Mittelstand — auch in komplexen Situationen. Sprechen Sie uns an für eine maßgeschneiderte Finanzierungsstruktur.

Quellen

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung oder Finanzierungsempfehlung dar. Die DICAMA AG übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit oder Aktualität der dargestellten Informationen. Für individuelle Finanzierungsentscheidungen konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Berater.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Private Debt?
Private Debt bezeichnet die Vergabe von Unternehmenskrediten durch Nicht-Banken — spezialisierte Kreditfonds und institutionelle Investoren — anstelle klassischer Bankkredite. Im Mittelstand reicht das Spektrum von erstrangig besichertem Senior Debt über Unitranche bis zu nachrangigem Junior Debt. Private Debt finanziert in Deutschland überwiegend mittelgroße Transaktionen zwischen rund 10 und 350 Millionen Euro.
Wie unterscheidet sich Private Debt vom Bankkredit?
Private Debt unterscheidet sich vom Bankkredit durch höhere Verschuldungskapazität, mehr strukturelle Flexibilität, einen einzigen Verhandlungspartner statt eines Bankenkonsortiums und einen schnelleren Abschluss — allerdings zu höheren Kosten. Der reine Private-Debt-Prozess ist deutlich zügiger als ein syndizierter Bankkredit; bei gut vorbereitetem Datenraum sind rund acht bis sechzehn Wochen von der Mandatierung bis zum Closing realistisch. In nicht bankvaliden Sonder- und Umbruchsituationen ist Private Debt häufig die einzige verfügbare Option, sodass sich der Preisvergleich zum Bankkredit gar nicht stellt.
Was kostet Private Debt im Mittelstand?
Eine deutsche Mid-Cap-Unitranche kostet derzeit rund Euribor plus 525 Basispunkte Marge. Bei einem 3-Monats-Euribor von 2,299 % (Stand 3.6.2026) ergibt das einen All-in-Yield von grob 8 % vor Gebühren. Hinzu kommen Einmalgebühren wie OID (2–3 %) und Commitment Fees auf nicht gezogene Linien.
Welche Private-Debt-Strukturen gibt es?
Die fünf Kernstrukturen sind Senior Secured (erstrangig besichert), Unitranche (Verschmelzung von Senior und Subordinated in eine Fazilität), Second Lien (zweitrangig besichert), Junior/Subordinated Debt sowie HoldCo PIK (auf Holding-Ebene platzierte, strukturell nachrangige Schuld). Diese Schichten werden in der Praxis zu Gesamtstrukturen kombiniert.
Ab welchem Volumen lohnt sich Private Debt?
Laut der BAI-Studie zu Corporate Private Debt (2023) finanziert Direct Lending im deutschen Mittelstand typischerweise Volumina zwischen rund 10 und knapp 350 Millionen Euro. Der überwiegende Teil dieser Finanzierungen ist erstrangig besichert (First Lien).
Ist Private Debt teurer als ein Bankkredit?
Ja. Die deutsche Unitranche-Marge lag im dritten Quartal 2025 bei rund 525 Basispunkten gegenüber rund 377 Basispunkten bei Bankkrediten (Carlsquare). Der Aufschlag von etwa 150 Basispunkten gilt als Preis für höhere Verschuldungskapazität, Geschwindigkeit, Flexibilität und den Verzicht auf Verwässerung des Eigenkapitals.
Wie lässt sich die Eigenkapitalquote über Private Debt senken?
Durch eine geschichtete Kapitalstruktur: Eine Senior-Tranche wird durch eine nachrangige Junior-Debt- oder Mezzanine-Schicht ergänzt, die einen Teil des sonst benötigten Eigenkapitals ersetzt. DICAMA strukturiert solche Schichtungen als eigentümergeführtes Finanzierungshaus, um die Eigenkapitalquote des Mandanten gezielt zu reduzieren.
Wer reguliert Private-Debt-Fonds in Deutschland?
Die Kreditvergabe gilt grundsätzlich als reguliertes Bankgeschäft, mit einer KWG-Ausnahme für AIF-Verwalter im Rahmen kollektiver Vermögensverwaltung. Maßgeblich sind das KAGB, die AIFMD II (anwendbar ab 16. April 2026) sowie für bestimmte Strukturen die ELTIF-2.0-Verordnung (seit 10. Januar 2024).

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