Wofür nutzen Mittelständler Private Debt? Akquisition, Wachstum, Refinanzierung und Nachfolge

Moderne Mittelstands-Produktionshalle mit Glasfassade in der Dämmerung — symbolisiert Private Debt als Wachstums- und Finanzierungsbaustein.
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Vier Anwendungsfälle Private Debt deckt im Mittelstand vier Szenarien ab: M&A/Buy-and-Build, Wachstum und Capex, Refinanzierung des Hausbankkonsortiums sowie Nachfolge (MBO/MBI) — jeweils mit eigener Struktur.
  • Akquisition dominiert Direktkreditgeber finanzierten 2025 rund 57 % der deutschen Mid-Cap-Buy-outs (Houlihan Lokey); europaweit waren rund 70 % der Private-Debt-Deals M&A-getrieben (Deloitte, FY 2024).
  • Bankrückzug treibt Wachstumsfinanzierung Nur 27 % der Mittelständler sind grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen — der niedrigste Wert seit zehn Jahren (KfW-Sonderbefragung, Januar 2026).
  • Refinanzierungswelle bis 2029 In Deutschland werden bis 2029 rund 441 Mrd. € Unternehmensschulden fällig, in der DACH-Region über 600 Mrd. €; 70 % davon entfallen auf Unternehmen ohne Rating (AlixPartners, Mai 2025).
  • Nachfolge als größter struktureller Treiber Jährlich gut 109.000 KMU streben bis Ende 2029 eine Nachfolge an (KfW); das IfM Bonn schätzt rund 186.000 übergabereife Unternehmen für 2026–2030.
  • Struktur folgt dem Anwendungsfall Unitranche für Akquisition, Delayed-Draw-/Add-on-Fazilität für Buy-and-Build und Capex, Senior/Unitranche für Refinanzierung, Mezzanine plus Verkäuferdarlehen für die Nachfolge.
  • DICAMA strukturiert die Gesamtfinanzierung Als eigentümergeführtes Finanzierungshaus kombiniert DICAMA Senior-, Junior- und Mezzanine-Bausteine und senkt so den Eigenkapitalbedarf — über 5,1 Mrd. € Volumen, 720+ Mandate.

Mittelständische Unternehmen nutzen Private Debt 2025/2026 vor allem in vier Szenarien: für Akquisitionen und Buy-and-Build, für Wachstum und Capex, für die Refinanzierung eines auslaufenden Hausbankkonsortiums und für die Unternehmensnachfolge. Jeder dieser Anwendungsfälle verlangt eine eigene Finanzierungsstruktur — von der Unitranche bis zu Mezzanine plus Verkäuferdarlehen.

Privates Fremdkapital ist im deutschen Mittelstand längst kein Ausnahmeinstrument mehr. Zwei Entwicklungen treiben die Nachfrage: Der Bankzugang hat sich verengt — im vierten Quartal 2025 bewerteten 37,8 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen das Verhalten ihrer Banken in Kreditverhandlungen als restriktiv, ein Allzeitrekord (KfW-ifo-Kredithürde, Januar 2026). Gleichzeitig ist Direct Lending im Mid-Cap-Segment etabliert: Direktkreditgeber stellten 2025 rund 57 Prozent der mittelgroßen Buy-out-Finanzierungen in Deutschland (Houlihan Lokey MidCapMonitor, via Alternative Credit Investor). Wer wissen will, was Private Debt grundsätzlich ist, findet das im grundlegenden Überblick zu Private Debt und seinen Strukturen im Mittelstand. Dieser Beitrag ordnet die vier konkreten Anwendungsfälle ein — je Fall mit typischer Struktur, Volumen, Vorteil gegenüber dem Bankweg und realen Deal-Beispielen.

Wofür nutzen Mittelständler Private Debt — und welcher Anwendungsfall dominiert?

Private Debt deckt vier Anwendungsfälle ab — Akquisition, Wachstum, Refinanzierung und Nachfolge — wobei die Akquisitionsfinanzierung das Geschäft klar dominiert.

Die vier Fälle unterscheiden sich nicht nur im Anlass, sondern auch in der passenden Struktur. Am stärksten gewichtet ist die M&A-Finanzierung: Laut Deloitte Private Debt Deal Tracker (Spring 2025, Geschäftsjahr 2024) waren rund 70 Prozent der europäischen Private-Debt-Deals M&A-getrieben — 34 Prozent Leveraged Buy-outs, 36 Prozent Bolt-on- beziehungsweise Add-on-Akquisitionen, 18 Prozent Refinanzierungen (Deloitte Private Debt Deal Tracker, Spring 2025). Die übrigen Anwendungsfälle wachsen jedoch schnell: Die Refinanzierung wird durch eine Fälligkeitswelle getrieben, die Wachstumsfinanzierung durch den Rückzug der Banken, und die Nachfolge durch die Demografie. Die folgenden Abschnitte behandeln jeden Fall einzeln. Deutsche, DACH- und europäische Zahlen sind dabei strikt getrennt ausgewiesen, da eine Vermischung die Aussagekraft verfälschen würde.

Wie finanziert Private Debt Akquisitionen und Buy-and-Build?

Für Akquisitionen ist die Unitranche das dominante Instrument; sie bietet höheren Hebel, Geschwindigkeit und Finanzierung aus einer Hand.

Was ist eine Unitranche? Eine Unitranche ist eine einzelne Kreditfazilität, die erstrangiges und nachrangiges Fremdkapital zu einer Mischmarge zusammenfasst. Der Kreditnehmer verhandelt einen Vertrag mit einem Kreditgeber statt mehrere Tranchen mit verschiedenen Parteien — das beschleunigt den Abschluss erheblich.

In Deutschland blieben Debt Funds 2025 mit rund 57 Prozent Marktanteil die führende Finanzierungspartei im Mid-Cap-LBO; der implizite Bankanteil lag damit bei etwa 43 Prozent (Houlihan Lokey MidCapMonitor). Zum dritten Quartal hatte der Debt-Fund-Anteil noch bei rund 61 Prozent gelegen, ehe Banken zum Jahresende aufholten. Europaweit erreichte der Private-Debt-Markt 2025 mit 987 Transaktionen ein Rekordhoch — ein Plus von 15,4 Prozent und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2012 (Deloitte Private Debt Deal Tracker, via Alternative Credit Investor); die Zahl der europäischen Unitranche-Deals stieg laut Houlihan Lokey MidCapMonitor auf 570 (plus 17 Prozent, davon 166 im Schlussquartal). Add-on-Akquisitionen waren europaweit im dritten Quartal 2025 mit rund 34 Prozent aller Transaktionen ein zentraler Treiber; Houlihan Lokey verweist auf einen deutlichen Anstieg der Add-on-Finanzierungen als Beleg für anhaltende Buy-and-Build-Strategien.

Für Buy-and-Build wird die Unitranche typischerweise um eine Delayed-Draw- oder Add-on-Fazilität ergänzt — vorab committetes Kapital für Folgeakquisitionen, ohne dass je Zukauf neu verhandelt werden muss. Konkrete Beispiele aus dem europäischen Mid-Market 2025 illustrieren das: MontiPower (Apera Asset Management für den Buyout durch Bencis Capital, als Unitranche strukturiert) und Factor Eleven (Apera-Unitranche für die Akquisition durch Armira) — beide deutsche Mittelständler — sowie die 163 Mio. EUR große Unitranche von Apera und Deutsche Bank für Bridgepoints Übernahme der französischen Finzzle Groupe. Im DACH-Direct-Lending-Ranking 2025 teilten sich Ares, Berenberg und Bright Capital mit je neun Deals und 6,2 Prozent Marktanteil die Spitze (ION Analytics/Debtwire). Welche Tranchen sich dabei wie schichten lassen, erläutert die Detaildarstellung der sieben Private-Debt-Strukturen.

Wie deckt Private Debt Wachstums- und Capex-Bedarf, wenn die Hausbank zögert?

Private Debt und Wachstumstranchen schließen die Lücke, die der Rückzug der Banken aus der Investitionsfinanzierung hinterlässt.

Die Bankbereitschaft ist eingebrochen: Nur 27 Prozent der Mittelständler sind derzeit grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen — der niedrigste Wert seit zehn Jahren, gegenüber 42 Prozent (2023) und 66 Prozent (2017) (KfW-Sonderbefragung zum Mittelstandspanel, Januar 2026). KfW-Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher führt dies auf einen ausgeprägten Wunsch nach finanzieller Stabilität und Schuldenvermeidung zurück. Zugleich ist der Investitionsbedarf real: Das durchschnittliche Investitionsvolumen lag 2024 mit 204.000 EUR je Unternehmen auf einem Höchststand, doch 2025 wurden nur 59 Prozent der Vorhaben tatsächlich umgesetzt und 16 Prozent komplett aufgegeben — ein Rekordwert (KfW-Mittelstandspanel 2025). Diese Lücke ist das strukturelle Einfallstor für Wachstums- und Capex-Finanzierungen.

Was ist Venture Debt — und worin unterscheidet es sich von Private Debt? Venture Debt finanziert oft noch nicht profitable Wachstumsunternehmen und Start-ups, meist begleitend zu Eigenkapitalrunden, mit Equity-Kicker oder Warrants und ohne klassische Cashflow-Covenants. Private Debt finanziert dagegen etablierte, cashflow-positive Unternehmen auf Basis von EBITDA-Multiples und Schuldendienstfähigkeit. Für den klassischen Mittelständler ist Private Debt das relevante Instrument.

Strukturell passt zu Wachstum und Capex eine Wachstumstranche oder ein Delayed-Draw-Term-Loan mit flexiblen Abruf- und Rückzahlungsmodalitäten. Ein Beispiel ist die Unitranche-Finanzierung von bis zu 60 Mio. EUR durch die Green-Energy-Debt-Fonds von Berenberg für ENVIRIA zur Realisierung der größten deutschen Pipeline für Aufdach-Solaranlagen — explizit auf Wachstum ausgelegt, mit flexiblen Auszahlungs- und Rückzahlungsmodellen. Auch die DMS Gruppe, ein Business-Process-Outsourcing-Anbieter für die Energiewirtschaft, erhielt eine Apera-Unitranche plus Add-on-Fazilität, um organisches und anorganisches Wachstum zu unterstützen. Banken bleiben mit 32 Prozent (81 Mrd. EUR) zwar die wichtigste externe Finanzierungsquelle der Investitionsfinanzierung 2024, doch dort, wo Volumen oder Geschwindigkeit ihre Grenzen übersteigen, übernimmt Private Debt.

Warum ist die Refinanzierung der am schnellsten wachsende Anwendungsfall?

Eine Fälligkeitswelle von 441 Mrd. EUR bis 2029 trifft in Deutschland auf zurückhaltende Banken — das macht die Refinanzierung zum am schnellsten wachsenden Anwendungsfall.

Laut AlixPartners (DACH Debt Report, Mai 2025) werden bis 2029 in Deutschland rund 441 Mrd. EUR Unternehmensschulden fällig, in der DACH-Region über 600 Mrd. EUR (142 Mrd. EUR Schweiz, 35 Mrd. EUR Österreich); europaweit summieren sich die Fälligkeiten auf 2,8 Bio. EUR, auf die DACH-Region entfällt gut ein Fünftel (AlixPartners, 2025 DACH Debt Report). Entscheidend für Private Debt: 70 Prozent der fällig werdenden DACH-Schulden entfallen auf Unternehmen ohne Investment-Grade-Rating — genau das Segment, das Banken zunehmend meiden. Parallel hat sich das Volumen von Private Debt mit DACH-Fokus seit 2020 mehr als verdoppelt, von 36 auf 78 Mrd. EUR.

Der wirtschaftliche Druck ist messbar: Während Umsatz und EBITDA seit 2019 um über 30 Prozent stiegen, erhöhte sich der absolute Zinsaufwand um rund 90 Prozent; fast 30 Prozent des freien Cashflows fließen mittlerweile in Zinszahlungen (2019: rund 15 Prozent, AlixPartners). Auf europäischer Ebene — nicht spezifisch deutsch — zeigen Direct-Lender-Daten 86,2 Mrd. EUR an Krediten, die bis 2028 fällig werden, viele aus dem 2021er-Jahrgang (Bird & Bird, 2026); 2026 markiert dabei den Wendepunkt von opportunistischen Repricings hin zu notwendigkeitsgetriebenen Transaktionen. Strukturell passt zur Ablösung eines Hausbankkonsortiums eine Senior- oder Unitranche-Finanzierung mit einem einzigen Verhandlungspartner und verlängertem Tenor. Ein Beispiel ist MRH Trowe, ein deutscher Industrieversicherungsmakler, dessen bestehende Unitranche als Delayed-Draw-Term-Loan durch ein Konsortium aus Golub Capital, Macquarie Capital Private Credit und Bain Capital Credit aufgestockt wurde. Welcher Weg im Einzelfall wirtschaftlich überlegen ist, ordnet der ehrliche Vergleich von Private Debt und Bankkredit für CFOs ein.

Wie finanziert Private Debt eine Unternehmensnachfolge (MBO/MBI)?

Bei der Nachfolge schonen Mezzanine und Verkäuferdarlehen das Eigenkapital des Übernehmers und schließen die Finanzierungslücke zwischen Senior Debt und Kaufpreis.

Die Nachfolge ist der strukturell größte Treiber. Jährlich gut 109.000 KMU streben bis Ende 2029 eine Nachfolge an, während rund 114.000 Unternehmen jährlich eine Stilllegung ohne Nachfolgelösung in Betracht ziehen — erstmals planen damit mehr Unternehmen eine Geschäftsaufgabe als aktiv eine Nachfolge (KfW Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025). 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft sind 55 Jahre oder älter. Das IfM Bonn schätzt für 2026–2030 rund 186.000 übergabereife Unternehmen (IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37). Die beiden Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Schätzverfahren und sind nicht eins zu eins vergleichbar. Der DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 verschärft das Bild: Rund 9.600 fortzuführenden Unternehmen stehen lediglich rund 4.000 Interessenten gegenüber, vier von zehn Nachfolgeinteressierten berichten von Finanzierungsproblemen (DIHK, Report Unternehmensnachfolge 2025).

Was ist ein Verkäuferdarlehen (Seller Note)? Ein Verkäuferdarlehen ist ein Darlehen, das der Verkäufer dem Übernehmer für einen Teil des Kaufpreises gewährt — meist weniger als 20 Prozent des Kaufpreises, mit einer Laufzeit von drei bis sieben Jahren, nachrangig und unbesichert. Es schließt die Eigenkapitallücke und signalisiert Vertrauen des Verkäufers, häufig kombiniert mit Earn-Out-Komponenten.

Eine typische MBO/MBI-Struktur im deutschen Mittelstand besteht aus 10 bis 30 Prozent Eigenkapital des übernehmenden Managements, 40 bis 60 Prozent Senior Debt und 10 bis 30 Prozent Verkäuferdarlehen, häufig ergänzt durch Mezzanine oder stille Beteiligungen. Banken erwarten dabei eine Schuldendienstdeckung (DSCR) von etwa 1,5 bis 2,0x und begrenzen die Senior-Darlehenshöhe häufig auf das Drei- bis Vierfache des nachhaltigen Cashflows. Mezzanine schließt die Eigenkapitallücke, wirkt wirtschaftlich wie Eigenkapital und wird von Banken als „wirtschaftliches Eigenkapital“ gewertet — das senkt die Zinskosten der Senior-Tranche. Förderinstrumente wie KfW ERP-Kapital, Mikromezzanin und Bürgschaftsbanken ergänzen, ersetzen aber kein echtes Eigenkapital. Bei Kaufpreisen oberhalb von 5 Mio. EUR werden MBOs zunehmend durch Private-Equity-Minderheitsbeteiligungen unterstützt.

Welche Finanzierungsstruktur passt zu welchem Anwendungsfall?

Die Strukturwahl folgt dem Anwendungsfall — von der Unitranche bei Akquisitionen bis zu Mezzanine plus Verkäuferdarlehen bei der Nachfolge.

Als Orientierung lassen sich die Anwendungsfälle den passenden Strukturen zuordnen:

  • Akquisition / LBO: Unitranche — höherer Hebel, Geschwindigkeit, Finanzierung aus einer Hand, flexible (oft endfällige) Tilgung.
  • Buy-and-Build: Unitranche mit Delayed-Draw- oder Add-on-Fazilität — vorab committetes Kapital für Folgeakquisitionen, kein neuer Verhandlungsprozess je Zukauf.
  • Wachstum / Capex: Wachstumstranche oder Delayed-Draw-Term-Loan — flexible Abruf- und Rückzahlung, schont die Liquidität.
  • Refinanzierung / Ablösung des Konsortiums: Senior oder Unitranche — ersetzt die auslaufende Bankfinanzierung, ein Verhandlungspartner, Tenor-Verlängerung.
  • Nachfolge (MBO/MBI): Mezzanine/Junior Debt plus Verkäuferdarlehen — Eigenkapitalschonung des Übernehmers, Lückenschluss, Eigenkapitalcharakter für die Bankoptik.
  • Sondersituation / Restrukturierung: Nachrang, HoldCo-PIK oder Sanierungsfinanzierung — Liquiditätserhalt und Flexibilität in der Krise.

Genau hier liegt die Kernkompetenz eines strukturierenden Finanzierungshauses: nicht ein einzelnes Produkt zu verkaufen, sondern Senior-, Junior- und Mezzanine-Bausteine so zu schichten, dass die Gesamtstruktur zum Bedarf des Unternehmens passt — und der Eigenkapitaleinsatz gezielt sinkt, ohne dass der Unternehmer Anteile abgeben muss. Jede dieser Schichten hat dabei ihren eigenen Preis; wie Zinsen und Gebühren je nach Rangstellung ausfallen, zeigt der gesonderte Kostenüberblick. DICAMA AG hat in dieser Rolle ein Finanzierungsvolumen von über 5,1 Milliarden Euro über mehr als 720 Mandate strukturiert und ist Partner der Deutschen Börse sowie der Wiener Börse. Markus Dietrich, Vorstandsvorsitzender der DICAMA AG, ordnet das so ein: „Eine Finanzierung muss dem Bedarf unseres Mandanten entsprechen und nicht dem des Kapitalgebers — gerade bei Nachfolge und Refinanzierung entscheidet die Kapitalstruktur oft mehr als der Preis.“ Welche Bausteine zur Verfügung stehen, zeigt die Übersicht der strukturierbaren Finanzierungsbausteine; den vollständigen Ablauf eines Mandats beschreibt der Leitfaden vom Term Sheet bis zum Closing.

Wann sollten CFOs und Gesellschafter eine Finanzierung angehen?

Refinanzierungen und Nachfolgen sollten 12 bis 18 Monate im Voraus angegangen werden — wer früh strukturiert, sichert sich Konditionen und Transaktionssicherheit.

Der Grund liegt im Timing zweier Wellen: Der Maturity Wall 2026–2028 und der demografisch bedingte Nachfolgestau treffen auf restriktivere Hausbanken. Wer Fälligkeiten in diesem Zeitraum hat, sollte spätestens 18 Monate vorher den Markt sondieren, um Rating-Druck und Finanzierungslücken zu vermeiden. Bei Akquisitionen und Buy-and-Build empfiehlt sich eine Unitranche mit Add-on-Fazilität, um im Wettbewerb um Zielunternehmen schnell handlungsfähig zu sein. Bei der Nachfolge gilt: Die Kapitalstruktur vor dem Kaufpreis optimieren — ein tragfähiger Finanzierungsmix mit einer DSCR von 1,5 bis 2,0x ist wertvoller als ein niedriger Kaufpreis mit schlechter Struktur. Eine Eigenkapitalquote über dem Mittelstandsdurchschnitt von 30,7 Prozent und ein nachhaltiger Cashflow erweitern den Strukturierungsspielraum erheblich. Zu beachten ist allerdings, dass auch Private Debt selektiver agiert — einzelne große Kreditfonds haben 2025 ihre Auszahlungen eingeschränkt, die Verfügbarkeit ist bonitäts- und sektorabhängig. Gerade komplexe Finanzierungen, die Standardbanken ablehnen, verlangen daher eine sorgfältige Strukturierung und ein belastbares Investorennetzwerk.

Fazit

Private Debt ist im deutschen Mittelstand zum Standardinstrument in vier Szenarien geworden: Die Akquisitionsfinanzierung dominiert (rund 57 Prozent der deutschen Mid-Cap-Buy-outs 2025, Houlihan Lokey), die Refinanzierung wächst mit der Fälligkeitswelle von 441 Mrd. EUR bis 2029 (AlixPartners), die Wachstumsfinanzierung profitiert vom Rückzug der Banken, und die Nachfolge ist mit gut 109.000 Fällen pro Jahr der größte strukturelle Treiber (KfW). Entscheidend ist in allen Fällen die passende Struktur — und genau hier liegt der Hebel: Wer früh und durchdacht strukturiert, kommt zu besseren Konditionen und höherer Transaktionssicherheit.

DICAMA AG strukturiert und platziert als eigentümergeführtes Finanzierungshaus passgenaue Gesamtfinanzierungen für den Small- und Mid-Cap-Mittelstand — über Akquisition, Wachstum, Refinanzierung und Nachfolge hinweg. Sprechen Sie uns an für eine maßgeschneiderte Finanzierungsstruktur.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wofür nutzen Mittelständler Private Debt?
Private Debt deckt im deutschen Mittelstand vier zentrale Anwendungsfälle ab: die Finanzierung von Akquisitionen und Buy-and-Build-Strategien, Wachstums- und Capex-Vorhaben, die Refinanzierung eines auslaufenden Hausbankkonsortiums sowie die Unternehmensnachfolge (MBO/MBI). Jeder Fall verlangt eine eigene Struktur — von der Unitranche bis zu Mezzanine plus Verkäuferdarlehen.
Welcher Anwendungsfall dominiert das Private-Debt-Geschäft?
Die Akquisitionsfinanzierung. Laut Deloitte Private Debt Deal Tracker waren rund 70 % der europäischen Private-Debt-Deals M&A-getrieben (34 % LBOs, 36 % Add-ons, FY 2024). In Deutschland finanzierten Direktkreditgeber 2025 rund 57 % der mittelgroßen Buy-out-Transaktionen (Houlihan Lokey MidCapMonitor).
Wie groß ist die Refinanzierungswelle im deutschen Mittelstand?
Laut AlixPartners (DACH Debt Report, Mai 2025) werden bis 2029 in Deutschland rund 441 Mrd. € Unternehmensschulden fällig, in der DACH-Region über 600 Mrd. €. 70 % der fällig werdenden DACH-Schulden entfallen auf Unternehmen ohne Rating — ein wesentlicher Treiber für die Ablösung der Hausbank durch Direct Lending.
Wie wird eine Unternehmensnachfolge (MBO/MBI) finanziert?
Eine typische Mittelstands-Struktur besteht aus 10–30 % Eigenkapital des übernehmenden Managements, 40–60 % Senior Debt und 10–30 % Verkäuferdarlehen (nachrangig), häufig ergänzt durch Mezzanine. Mezzanine und Verkäuferdarlehen schonen das Eigenkapital des Übernehmers; Banken erwarten meist eine Schuldendienstdeckung (DSCR) von 1,5–2,0x.
Was ist ein Verkäuferdarlehen?
Ein Verkäuferdarlehen (Seller Note) ist ein Darlehen, das der Verkäufer dem Übernehmer für einen Teil des Kaufpreises gewährt — meist weniger als 20 % des Kaufpreises, mit einer Laufzeit von drei bis sieben Jahren, nachrangig und unbesichert. Es schließt die Eigenkapitallücke und signalisiert Vertrauen des Verkäufers, oft kombiniert mit Earn-Out-Komponenten.
Worin unterscheidet sich Private Debt von Venture Debt?
Private Debt finanziert etablierte, cashflow-positive Unternehmen auf Basis von EBITDA-Multiples und Schuldendienstfähigkeit (DSCR). Venture Debt finanziert dagegen oft noch nicht profitable Wachstumsunternehmen und Start-ups, meist begleitend zu Eigenkapitalrunden, mit Equity-Kicker oder Warrants und ohne klassische Cashflow-Covenants. Für den klassischen Mittelständler ist Private Debt das relevante Instrument.
Warum nutzen Mittelständler bei Wachstum zunehmend Private Debt statt Bankkredit?
Weil die Bankbereitschaft eingebrochen ist: Nur 27 % der KMU sind grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur Investitionsfinanzierung aufzunehmen — der niedrigste Wert seit zehn Jahren (KfW-Sonderbefragung, Januar 2026; 2023: 42 %, 2017: 66 %). Private Debt und Wachstumstranchen schließen die so entstehende Finanzierungslücke.
Welche Struktur passt zu welchem Anwendungsfall?
Akquisition/LBO: Unitranche. Buy-and-Build: Unitranche mit Delayed-Draw- oder Add-on-Fazilität. Wachstum/Capex: Wachstumstranche oder Delayed-Draw-Term-Loan. Refinanzierung: Senior oder Unitranche. Nachfolge (MBO/MBI): Mezzanine/Junior Debt plus Verkäuferdarlehen. Sondersituationen: Nachrang, HoldCo-PIK oder Sanierungsfinanzierung.

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